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            <title>Landesparteirat: Anträge</title>
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                <title>Landesparteirat: Anträge</title>
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                        <title>D2: Kohleausstiegspläne der LEAG in geordnete Bahnen lenken – Solidarität mit Proschim – Sozialverträglichen Strukturwandel einleiten</title>
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                        <author>Wolfgang Renner</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bündnis 90 DIE GRÜNEN Brandenburg fordern</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>einen Verzicht auf die Erweiterung des Tagebaus Welzow Süd und üben Solidarität mit dem immer noch von der Abbaggerung bedrohten Lausitzdorf Proschim.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Landesregierung auf, einen Braunkohleplan mit der Variante ohne den neuen Tagebau Welzow Süd II aufzustellen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Landesregierung auf, die Strukturentwicklung in der Lausitz durch einen Leitbildprozess zu unterstützen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Bundesregierung auf, die Umstrukturierung der Lausitz mit Bundesmitteln zu unterstützen</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Mit dem sogenannten „Revierkonzept“ der tschechisch-zypriotischen Eigentümer der Braunkohlewirtschaft in Brandenburg und Sachsen, die in der Lausitz unter der Dachmarke „LEAG“ auftreten, wird bestätigt, worauf wir Bündnisgrünen seit Jahren hinweisen: Mit der Kohle kann man im neuen Energiesystem kein Geld mehr verdienen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der zehnjährige Kampf der Bürger, Initiativen, Verbänden und uns Grünen gegen den neuen Tagebau Jänschwalde Nord war schlussendlich doch erfolgreich. Die Entscheidung der LEAG, auf die neue Kohlegrube zu verzichten, wurde am 30. März 2017 in Cottbus verkündet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Entgegen allen Apologeten der Braunkohle standen wir seit Anbeginn des Kohleprotestes fest an der Seite aller Menschen in der Lausitz, die sich für einen mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohle einsetzten. Was wie ein Kampf David gegen Goliath begann, ist mit der aktuellen Entscheidung der LEAG ein erster grosser Erfolg. Wurden Bündnis 90/ Die Grünen und unsere Bündnispartner 2007 mit der gemeinsamen Volksinitiative gegen neue Tagebaue noch als Visionäre abgetan, erweisen die Entscheidungen der LEAG heute, dass wir mit unseren Forderungen richtig lagen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Weil die Bundesregierung aber nicht willens war bis heute einen Fahrplan zum Kohleausstieg vorzulegen, hängt mit Welzow immer noch ein Teil der Lausitz weiter in der Luft. Die Ankündigung der LEAG, einen Beschluss zum Tagebau Welzow-Süd II aufzuschieben, beraubt die Menschen rund um Welzow einer klaren Zukunft. Der Neuaufschluss des Tagebaus Welzow Süd II ist für eine sichere Energieversorgung nicht mehr notwendig. Die LEAG spekuliert offenbar darauf, das Herunterfahren der Braunkohleverstromung ähnlich wie beim Kohlekompromiss vor zwei Jahren im Rahmen eines bundesweiten Kohleausstiegsplans versilbert zu bekommen. Die Zitterpartie für die gut 800 Bewohnerinnen und Bewohner geht daher weiter, denn nach wie vor wissen sie nicht, ob ihr Haus und Hof in ein paar Jahren noch stehen werden. Den Menschen gilt unsere Solidarität. Wir werden sie auch in Zukunft nicht im Stich lassen und stehen fest an ihrer Seite.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Kohleausstiegspläne der LEAG müssen jetzt in geordnete Bahnen gelenkt werden. Es gibt derzeit keine Pläne bzw. einen „weißen Fleck“ in den Unterlagen der Landesplanung, wie die Region um Welzow ohne einen neuen Tagebau aussehen soll. Daher muss die Landesplanung unbedingt jetzt damit beginnen, einen Braunkohleplan ohne den neuen Tagebau Welzow Süd II aufzustellen. Wenn die LEAG im Jahr 2020 verkündet, dass die Kohle nicht mehr abgebaggert wird, darf die Gestaltung der Folgelandschaft nicht allein dem Eigentümer überlassen bleiben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Auch die Beschäftigten in der Braunkohleindustrie dürfen nicht allein gelassen werden. Das Land Brandenburg muss jetzt unverzüglich den lange verschlafenen Strukturwandel in der Lausitz ernsthaft angehen. Das heißt, unverzüglich einen Lausitzfonds auf den Weg zu bringen, der aus Mitteln der EU, des Bundes und des Landes gespeist wird. Voraussetzung für die Akquise dieser Gelder ist ein Leitbild für die Lausitz für die Zeit nach dem Auslaufen der Braunkohleverstromung. Das Land Brandenburg muss nun alle gesellschaftlichen Akteure für die Erarbeitung eines Leitbildes bzw. für die Ideenentwicklung zur Gestaltung des Strukturwandels in der Lausitz an einen Tisch bringen und damit die Gestaltung des Strukturwandelprozesses endlich zur Chefsache machen.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 31 Mar 2017 21:05:00 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>D1: Wir kämpfen für Europa - Für eine solidarische Zukunft und gegen miefigen Nationalismus</title>
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                        <author>Ska Keller, Petra Budke, Clemens Rostock, Benjamin Bremer, Jörg Gleisenstein, Werner Fuchs, Grüne Jugend Brandenburg</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Wahlen in den Niederlanden haben es deutlich gemacht: wir Grüne können als klare pro-europäische Kraft Wahlen gewinnen und Erfolge einfahren. Unsere niederländischen Freund*innen von GroenLinks konnten Ihre Wahlergebnisse fast verdreifachen und sind damit die größten Wahlgewinner*innen geworden. Neben der klaren, grünen Programmatik haben die Wahlgewinner*innen um Jesse Klaver vor allem auch für unser gemeinsames Haus Europa geworben:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Een sterk Europa met meer Europese democratie – ein starkes Europa mit mehr Europäischer Demokratie </strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Europa wird unbedingt gebraucht um die Globalisierung zu gestalten, um den Klimawandel zu bekämpfen, um Standards zu heben und um sozialen Ausgleich zu schaffen, mit Europa sind wir erfolgreich und nur in Europa liegt die Zukunft! Diese Botschaft hat auch Alexander van der Bellen in sein Präsidialamt getragen, diese Botschaft hat in den Niederlanden zum Erfolg geführt und auch wir von Bündnis 90/DIE GRÜNEN werden mit dieser Botschaft in den Wahlkampf ziehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir Grüne sind eine echte europäische Partei. Von Rechtspopulisten und Nationalisten lassen sich die anderen Parteien nach rechts treiben und versagen beim Thema Europa. Denn die Rechtsnationalist*innen und Populist*innen müssen noch nicht einmal Wahlen gewinnen, um die EU zu spalten. In der Flüchtlingspolitik steht die Große Koalition hinter dem Deal mit Erdogan, obwohl dieser unsägliche Deal Flüchtlinge darin beschränkt, ihr Menschenrecht auf Asyl wahrnehmen zu können. Die CSU möchte eine verfassungswidrige Obergrenze einführen, einzelne prominente Linke bedienen das nationale Lager und die AfD möchte die Europäische Union ganz abschaffen. Die CDU/CSU-Parteien spalten seit Jahren unter Merkel und Schäuble mit ihrer Kaputtsparpolitik die Europäische Union, stehen vor den Trümmern ihrer anti-solidarischen Europapolitik und werden dabei von der Sozialdemokratie stillschweigend begleitet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei zeigen die sich wöchentlich verstärkenden Pulse of Europe-Demonstrationen mit mittlerweile zehntausenden Teilnehmer*innen europaweit, dass Europa weder überholt noch unbeliebt ist. Es sind keine Eliten, die für Europa demonstrieren, sondern Bürger*innen, die für Ihre Zukunft und die Ihrer Kinder auf die Straße gehen. Es sind keine Wutbürger*innen, die mit Angst und Sorge in den nationalistischen Mief zurückwollen, sondern Mutbürger*innen, die mit Optimismus und Ehrgeiz die gemeinsame europäische Zukunft gestalten wollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Diese positive Dynamik für Europa, ob in den Niederlanden, in Österreich oder auf zahlreichen sonntäglichen Marktplätzen, zeigt uns, dass wir mit unserem klaren Ja zu Europa und dem Willen, Europa gerechter und offener zu machen, richtigliegen. Dies heißt für uns Grüne, wir müssen mit Europa vorwärtsgehen und unser Europa in die Offensive bringen. Denn Bündnis 90/Die Grünen sind die Europapartei und dies soll sich in unserem Wahlprogramm, aber auch in unserem Wahlkampf wiederspiegeln. Die Mehrheit der Europäer*innen und vor allem auch die Mehrheit der Deutschen wünscht sich mehr Europa, mehr Zusammenhalt, mehr Gerechtigkeit und mehr Nachhaltigkeit. Wir sind die Partei, die dem nationalistischen und chauvinistischen Populismus ganz klar mit einer pro-europäischen Botschaft entgegentreten. Daher sagen wir eindeutig „Ja!“ zu Europa, wir wollen die Werte der Europäischen Union verteidigen und weiterentwickeln.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, in dem durch gemeinschaftliche Investitionen zur wirtschaftlichen Dynamik in allen Teilen Europas beigetragen und die soziale Krise endlich beendet werden. Die Kaputtsparpolitik hat soziales Elend geschaffen und verschärft, außerdem droht durch rigide Haushaltkürzungen die fragile wirtschaftliche Erholung in Teilen der EU wieder zu ersticken. Die ökonomische Erholung in Europa nützt uns allen und nur gemeinsam können wir diese unterstützen. Mit einem europäischen Green New Deal wollen wir massiv in die nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der EU mit zukunftsfähigen Jobs und einer intelligenten und klimafreundlichen Wirtschaft investieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, in dem der Schutz unseres Klimas und unserer Natur Priorität genießt und ein Europa, das als Vorreiter im Klima- und Naturschutz weltweit auch die anderen großen Wirtschaftsregionen wie die USA, China und Indien miteinbezieht. Der Klimaschutz ist die entscheidende Aufgabe der kommenden Jahrzehnte und mit einem konsequenten europaweiten Kohleausstieg können wir bereits kurzfristig enorm viel erreichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, in dem eine effektive Besteuerung europäisch gestaltet und der sinnlose Steuerwettbewerb zwischen den Mitgliedsstaaten beendet wird. Wir profitieren alle von einem gemeinsamen Auftreten gegenüber global agierenden Unternehmen und nur gemeinsam können wir die internationale Steuerflucht beenden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, in dem der Schutz der Menschen und die Bekämpfung von Fluchtursachen im Mittelpunkt stehen. Wir profitieren alle gemeinsam von einer gerechten und solidarischen Flüchtlingsverteilung und nur gemeinsam können wir jede Krisensituation meistern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, in dem Demokratie und Menschenrechte für alle Menschen gleichermaßen gelten. Viele Aktivist*innen auf der Welt schauen nach Europa als leuchtendes Beispiel. Dafür muss die EU die ihr zur Verfügung stehenden Mittel nachhaltig nutzen, um auch innerhalb der EU Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit durchzusetzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa,</strong> in dem soziale Standards überall sichergestellt sind. Mit europäischen Instrumenten für den Ausgleich innerhalb der Eurozone wie z.B. einer europäischen Arbeitslosenunterstützung, mit der gleichzeitig ein europäisches makroökonomisches Instrument zum Abfedern wirtschaftlicher Krisensituationen geschaffen wird, soll ein Beitrag für ein Mindestmaß an sozialem Schutz für alle Europäer*innen ermöglicht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa,</strong> in dem ein gemeinsamer und durchgehender Verkehrsraum mit grenzüberschreitendem ÖPNV ausgebaut ist, statt einer diskriminierenden Ausländermaut als Wahlkampfgeschenk für Regionalparteien.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, in dem die Agrarwende und der Tierschutz selbstverständlich umgesetzt werden und der Verbraucherschutz über den finanziellen Interessen steht. Statt überall gleichförmig industrielle Agrarstrukturen aufzubauen und ganze Tierherden quer durch den Kontinent zu transportieren müssen unterschiedliche lokalen Strukturen erhalten und eine ökologische und gesunde Ernährung bezahlbar sein. Eine europaweite einheitliche Kennzeichnung von Lebensmitteln ist der erste entscheidende Schritt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, das die Globalisierung kontrolliert, so dass niemand fürchten muss seinen Arbeitsplatz zu verlieren und dass Umweltstandards nicht ausgehöhlt werden. Zusammen in der Europäischen Union können wir Leitplanken für die Globalisierung schaffen, so dass alle profitieren. Der Rückweg ins Nationale funktioniert nicht, aber gemeinsam können wir wirkliche Alternativen bieten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, das den fairen Welthandel mit internationalen Arbeitsstandards und globalen Umweltschutzregeln über den kurzfristigen Gewinninteressen setzt. Fairer Handel ist für alle ein Gewinn und nur gemeinsam können wir gegen die national-zentrierten Wirtschaftspolitik der neuen und alten Autokraten ankommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Wir wollen ein Europa</strong>, in dem echte Solidarität unter allen Mitgliedsstaaten herrscht und in dem am einer gemeinsamen Zukunft für alle Menschen gearbeitet. Wir profitieren alle gemeinsam von einem europäischen Zuhause und nur gemeinsam können wir die Weichen dafür stellen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stehen für Europa – Wir kämpfen für eine nachhaltige und solidarische europäische Zukunft.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Tue, 28 Mar 2017 11:35:00 +0200</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V4: Ein guter Start ins Leben: Hebammenversorgung in Brandenburg stärken!</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Ein_guter_Start_ins_Leben_Hebammenversorgung_in_Brandenburg_staerken-37348</link>
                        <author>Landesvorstand (beschlossen am: 27.02.2017)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein guter Start ins Leben bildet die Grundlage für das gesunde Aufwachsen eines Kindes, für den Aufbau fester Bindungen und für ein gelingendes Familienleben. Bündnis 90/Die Grünen stehen an der Seite der Mütter, Kinder und Familien vor, während und nach der Geburt. Wir wollen Hebammen und Entbindungspfleger in ihrer verantwortungsvollen Berufsausübung stärken und dafür Sorge tragen, dass es in Brandenburg auch in Zukunft ein ausreichendes und qualitätsgesichertes Angebot an Leistungen der Geburtshilfe sowie der Vor- und Nachsorge gibt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><br>
Deshalb fordern wir:<br>
• Mittel aus dem Innovationsfonds zur Entwicklung einer flächendeckenden Versorgung von Schwangeren und jungen Familien zu verwenden.<br>
• Die noch bestehenden Geburtsstationen an den Kliniken zu erhalten.<br>
• Die Möglichkeit zum Einsatz von Beleghebammen an allen Geburtsstationen zu schaffen.<br>
• Die vier noch bestehenden Geburtshäuser zu erhalten und die Gründung von neuen Geburtshäusern zu fördern.<br>
• In Brandenburg mehr Hebammen und Entbindungspfleger auszubilden und die Einführung des Faches Hebammenwissenschaften als Studienfach an einer Brandenburger Fachhochschule oder Hochschule zu prüfen..<br>
• Die derzeitige Aus- und Fortbildung von Familienhebammen sowie von Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*innen für den Einsatz in den „Frühen Hilfen“ fortzuführen.<br>
• Die „Frühen Hilfen“ und die „Netzwerke gesunder Kinder“ weiter auszubauen und zu professionalisieren und die Angebote in allen Landkreisen und kreisfreien Städten zu stärken.<br>
• Bundesweit die Frage der übermäßig steigenden Haftpflichtversicherungsprämien für Hebammen und Entbindungspfleger endlich so zu regeln, dass auch in Zukunft Haus- und Geburtshausgeburten stattfinden können.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In Brandenburg wird es immer schwieriger, für die Betreuung vor und nach der Geburt eine Hebamme zu finden. Die Plätze sind so knapp, dass werdende Mütter sich bereits in den ersten Wochen ihrer Schwangerschaft eine Hebamme suchen müssen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Für die Geburtsvorbereitung und Wochenbettbetreuung, Rückbildung, Still- und Ernährungsberatung und viele andere .Angebote sind Hebammen oder Entbindungspfleger unverzichtbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In Kliniken muss eine einzige Hebamme oftmals drei Geburten gleichzeitig betreuen. Der Personalschlüssel für angestellte Hebammen in Krankenhäusern stammt aus dem Jahr 1990. Seitdem hat sich das Aufgabenspektrum verändert, die Betreuung von Risikoschwangerschaften ist gestiegen, gleichzeitig müssen immer mehr zusätzliche Tätigkeiten erledigt werden. In den Krankenhäusern braucht es unbedingt mehr Personal, damit die Arbeitsbelastung der Hebammen und Entbindungspfleger nicht noch weiter steigt und Frauen während der Geburt gut begleitet werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Für viele Frauen ist die persönliche Beziehung zu einer Hebamme ihres Vertrauens wichtig. Das Modell der Beleghebamme sollte deshalb in jeder Klinik in Brandenburg angeboten werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Wege zu einer Entbindungsstation dürfen in ländlichen Regionen nicht noch weiter werden, deshalb darf kein weiterer Kreißsaal in Brandenburg geschlossen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es gibt in Brandenburg nur noch vier Geburtshäuser und nur noch wenige Hebammen, die bereit sind, Hausgeburten zu begleiten. Wir wollen, dass Frauen und Familien weiterhin frei entscheiden können, wie und wo sie ihr Kind zur Welt bringen. Das ist auch eine Frage der Selbstbestimmung von Frauen. Haus- und Geburtshausgeburten müssen in Brandenburg weiter möglich sein,</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Deshalb ist es unbedingt nötig, mehr Hebammen und Entbindungspfleger auszubilden, Aktuell gibt es nur alle drei Jahre fünfzehn Ausbildungsplätze am Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus. Das reicht bei weitem nicht aus. Wir wollen weitere Ausbildungsplätze schaffen und prüfen, ob die Einführung des Faches Hebammenwissenschaften an einer Fachhochschule oder Hochschule in Brandenburg möglich ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Der Beruf der Hebamme bzw. des Entbindungspflegers muss attraktiver werden. Das betrifft auch die Frage einer fairen und angemessenen Entlohnung, sowohl für die Hebammen und Entbindungspfleger, die in Kliniken angestellt sind als auch für die freiberuflich tätigen Hebammen. Momentan sind viele ausgebildete Hebammen aufgrund der hohen Arbeitsbelastung und der schlechten Bezahlung nur wenige Jahre in ihrem Beruf tätig. Das muss sich ändern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Insbesondere die übermäßige Steigerung der Haftpflichtversicherungsprämien hat dazu geführt, dass viele Hebammen keine Hausgeburten mehr durchführen und Geburtshäuser schließen mussten. Dieses Problem wurde von der Bundesregierung durch den Sicherstellungszuschlag, den die Kassen für Hebammen mit weniger Geburten als Ausgleich zahlen, nur unzureichend gelöst. Wir Bündnisgrüne setzen uns dafür ein, dass die Frage der steigenden Versicherungsprämien endlich für alle Gesundheitsberufe angemessen gelöst wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Um jedem einzelnen Kind einen guten Start ins Leben zu ermöglichen, brauchen wir mehr psychosoziale Unterstützungsangebote im Rahmen der „Frühen Hilfen“. Familienhebammen oder speziell dafür fortgebildete Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger*innen leisten hier einen unverzichtbaren Beitrag. Sie müssen bedarfsdeckend in allen Landkreisen und kreisfreien Städten eingesetzt werden.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 04 Mar 2017 11:14:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V3: Präventive grüne Drogenpolitik statt repressiver Brandenburger Drogensumpf</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Praeventive_gruene_Drogenpolitik_statt_repressiver_Brandenburger_Drogens-36913</link>
                        <author>Grüne Jugend Brandenburg (beschlossen am: 25.02.2017)</author>
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                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN BRANDENBURG fordert eine liberalere, verantwortungsvolle<br>
Drogenpolitik. Die Reduzierung von Gesundheitsrisiken soll der zentrale Aspekt unserer Politik sein. Die Bürger*innen Brandenburgs sehen wir als mündige Menschen, die wir mit unserer Politik unterstützen wollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die derzeitige Drogenpolitik ist gescheitert. Gerade die Zahl junger Cannabiskonsument*innen steigt trotz repressiver Maßnahmen weiter an. Insbesondere bei Konsument*innen im heranwachsenden Alter ist die Gefahr nachhaltiger Schäden groß. Auf den Schwarzmarkt hat die Politik keinen Zugriff. Deshalb wollen wir den Cannabisvertrieb und Konsum aus dem rechtsfreien Raum herauslösen und unter staatliche Kontrolle stellen. Eine Entkriminalisierung wird nur dann eine positive Wirkung zeigen, wenn sie mit einer umfassenden Ausweitung und Verbesserung präventiver Angebote verknüpft wird.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Daher fordert BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN BRANDENBURG:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Brandenburger Landesregierung soll die Forderung des Berliner Koalitionsvertrages hinsichtlich eines CannabisPilotprojektes zur legalen Abgabe, bei der durch hohe Standards ein geregelter und qualitätsgesicherter Vertrieb erfolgen kann, unterstützen. Zusätzlich dazu müssen Regelungen bezüglich der Entkriminalisierung des Mitführens von Cannabis und des eigenen Anbaus an die Berliner Gesetzeslage angepasst werden. Wir wollen uns dafür an den Richtlinien des 2015 von der Bündnisgrünen Bundestagsfraktion eingebrachten Entwurf eines Cannabiskontrollgesetzes orientieren.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Darüber hinaus fordern wir die konsequente Umsetzung des § 31a des Betäubungsmittelgesetztes (BtMG), nach dem der Besitz illegalisierter Substanzen auf Grundlage des Eigenbedarfs in geringen Mengen als strafrechtlich unbedenklich eingestuft werden kann.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Erfahrung zeigt, dass es trotz aller staatlichen Eingriffe immer Menschen mit problematischen Konsumverhalten geben wird. Diese Menschen wollen wir mit einer Ausweitung des präventiven Angebots in Brandenburg unterstützen. Daher fordern wir insbesondere:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Einrichtung sogenannter Drogenkonsumräume. Diese sollen Möglichkeiten bieten, Drogen steril zu injizieren. Ansprechpartner*innen vor Ort sollen eine gesundheitliche Überwachung ermöglichen und Entzugsprogramme vermitteln. Damit wollen wir vor allem opiatabhängigen Menschen helfen und deren Rehabilitierungschancen deutlich steigern. Auch eine kostenfreie Mitnahme von sterilem Injektionsmaterial soll dort möglich sein. Ebenfalls soll geprüft werden ob die finanzielle Förderung sogenannter Spritzenautomaten zur Beschaffung steriler Spritzen in Brandenburg eine sinnvolle Ergänzung darstellt</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Ein großes Problem ist, dass Konsument*innen oft keine Informationen über den Reinheitsgehalt der konsumierten Substanzen haben. Dem wollen wir durch sogenannte DrugChecking-Programme begegnen. Im Rahmen dieser soll es die Möglichkeit geben, kostenfrei den Reinheitsgehalt von Substanzen überprüfen zu lassen. Die Risiken durch gefährliche Streckmittel oder zu hoch dosierte Präparate können dadurch deutlich reduziert werden. Durch die Erhebung anonymisierter Daten über gängige Konsummuster und beliebte Substanzen in Brandenburg wollen wir Präventionsangebote zudem zielgerichteter machen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Die Präventionsangebote an Brandenburger Schulen sind derzeit unzureichend. Außerdem bezieht sich die Aufklärung über Gefahren von Drogenkonsum zurzeit zu oft nur auf Gefahren durch Tabakprodukte und Alkohol. Es muss flächendeckende Präventionsveranstaltungen und Schulungsprogramme durch Fachkräfte an Schulen geben. Dabei soll versucht werden, die Jugendlichen in ihrer jeweiligen Lebenssituation abzuholen. Deshalb müssen solche Angebote auf Augenhöhe mit den Schüler*innen stattfinden. Fachkräfte sollen angehalten werden, in solchen Angeboten Bevormundung der Schüler*innen zu vermeiden und diese im Sinne mündiger Akteur*innen anzusprechen. Die Programme sollen sich gezielt auch mit den Gefahren von weiteren Drogen, die in der derzeitigen Lebenssituation junger Menschen eine Rolle spielen wie Cannabis oder Ecstasy, beschäftigen.</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ein spezielles Problem in Brandenburg sind die mindestens 10.000 Crystal Meth abhängigen Menschen. Unter ihnen viele schwangere, oft junge Frauen. Für diese Menschen wollen wir ein speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Präventionsprogramm schaffen. Neben niedrigschwelligen Angeboten zur Beratung wollen wir die Mechanismen verbessern Betroffene sozial aufzufangen. Das wollen wir erreichen indem wir die Gründung von Selbsthilfegruppen unterstützen und die Lage der Angehörigen verbessern, sodass sie mehr Möglichkeiten zur Hilfeleistung haben. Für Kinder betroffener Eltern wollen wir engmaschige Betreuungs- und Hilfsangebote.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Für die medizinische Behandlung Crystal Meth abhängiger Menschen und besonders von abhängigen schwangeren Frauen ist aufgrund geringer Fallzahlen in deutschen Krankenhäusern und der ambulanten Versorgung wenig Erfahrung und Standardisierung vorhanden. Dem wollen wir durch die Unterstützung von Krankenhäusern, die sich auf solche Fälle spezialisieren, begegnen. Die Kommunikation und Interaktion zwischen medizinischer Versorgung, sozialer und präventiver Unterstützung wollen wir ebenso verbessern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Substitutionsprogramme für schwer heroinabhängige Menschen sind ein großer Erfolg der Medizin. Wir stehen der Erforschung vergleichbarer Programme für Crystal Meth abhängige Menschen daher aufgeschlossen gegenüber. Die Bewertung und Einführung eines solchen Programms sehen wir nicht in politischer Verantwortung. Dies obliegt den zuständigen medizinischen Fachgesellschaften im Sinne einer evidenzbasierten Medizin.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Menschen werden immer Substanzen mit potentiellen oder nachgewiesenen Gesundheitsrisiken konsumieren. Dass Tabak und vor allem Alkohol als Bestandteil unserer Kultur gelten, zeigt dies überdeutlich. Die Erforschung von Mechanismen die zu Sucht und Krankheit durch solche Substanzen führen, die Untersuchung von Nebenwirkungs/Schädigungsprofile, sowie die Suche nach neuartigen Substanzen mit potenziell geringeren Gesundheitsrisiken retten daher Leben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen uns daher für die uneingeschränkte Zulassung von illegalisierten Substanzen in kontrollierter Forschung stark machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Erkenntnisse, wie die des „Independent Scientific Committee on Drugs“ und Untersuchungen in den USA in den 60ern und 70ern legen nahe, dass beispielsweise LSD oder MDMA (Ecstasy) enorme Potenziale für die Behandlung psychischer Krankheiten wie Depressionen oder Posttraumatischen Belastungsstörungen haben. Daher wollen wir den Weg ebnen für die Erprobung alternativer Behandlungsmethoden mit dem Betäubungsmittelgesetz unterliegenden Substanzen.</p></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die moderne westliche Drogenpolitik ist nicht nur gescheitert, sondern auch unverantwortlich. Dies belegen zahlreiche Studien, etwa die stark beachtete von Werb et al. in der medizinischen Fachzeitschrift BMJ Open oder die des britischen „Independent Scientific Committee on Drugs“. Die Unterscheidung in legale und illegale Substanzen erscheint völlig willkürlich, sieht man sich an, dass es beispielsweise 2013 in der Bundesrepublik 121.000 Tabaktote gab. David Nutt, renommierter Experte auf dem Gebiet und zuvor im Dienst der britischen Behörde gegen den Drogenmissbrauch, die unter anderem Empfehlungen für eine Klassifizierung von Substanzen nach Gefahrenpotenzial ausgibt, sieht auf Basis seiner Erkenntnisse keinen Zusammenhang zwischen dem Schadenspotenzial von Drogen und ihrem Legalitätsstatus beziehungsweise ihrer Handhabe in der Politik. Neben dem Verlust an Glaubwürdigkeit der mit einer solchen politischen Agenda einhergeht, schließlich sollten sich politische Maßnahmen an ihrer Notwendigkeit und dem Nutzen für die Bevölkerung orientieren, wird durch die damit einhergehende Stigmatisierung der Substanzen ohne verwertbare Grundlage das Gegenteil dessen erreicht, was sich eine jede Drogenpolitik zum Ziel setzt. Die Abwendung von Schaden für die Bürger*innen scheint von geringerem Interesse als eine Ideologie, die Alkohol als Kulturgut definiert, und Cannabis und andere Substanzen als Gift diffamiert. In einer groß angelegten und von Wissenschaftler*innen in unterschiedlichen Bereichen durchgeführten, 2010 im Lancet veröffentlichten, Studie wurde eine Einschätzung 20 gängiger Substanzen nach ihrem Schädigungspotenzial (bis maximal 100) vorgenommen. Alkohol (72) wird hier in der Summe auf dem ersten Platz noch vor Heroin (55) geführt. Die in Deutschland als harte Drogen eingestuften Substanzen Psilocybin (6), LSD (7) und MDMA (10)rangieren auf den hintersten Plätzen, Konsument*innen allerdings werden durch geltendes Recht zu Straftätern gemacht. Auch eine Eigenmedikation bei bestimmten Krankheiten kann durch bis dato illegale Substanzen sehr erfolgreich sein, ist das System in dieser Hinsicht doch noch recht festgefahren. Aber Differenzierungen oder Verständnis gibt es in diesem Kontext nicht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Abseits dieser Aspekte, die Konsument*innen von Cannabis das Recht einräumen würde, nicht nur Alkohol als Genussmittel zu sehen, gibt es auch ganz praktische Argumente für eine Legalisierung. Durch eine Enttabuisierung könnte ein erfolgreicherer, weil ehrlicherer Jugendschutz betrieben werden. Aufklärung und Prävention sind wichtig für die Sicherheit der Konsument*innen und können gerade in Brandenburg die Probleme mit bedenklicheren Substanzen wie Crystal Meth angehen, da eine am Schadenspotenzial orientierte Politik dieses nicht mehr mit Cannabis in einen Topf werfen würde. Vor allem jüngeren Menschen könnte eine Entkriminalisierung, die nicht länger unverhältnismäßige Folgen nach sich ziehen kann, in Zukunft nicht mehr Ausbildungschancen o.Ä. verbauen. Die legalisierte Abgabe von Cannabis würde insbesondere Jugendliche davon abhalten mit zwielichtigen Vertriebswegen in Kontakt zu kommen, die aus Gründen der Profitmaximierung das Schadenspotenzial außen vor lassen. So wird letztendlich der Zugang zu als besonders schädlich zu erachtenden Substanzen erschwert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die organisierte Kriminalität würde durch eine drogenpolitische Weiterentwicklung indes geschwächt, Schwarzmarktgeld für Cannabis oder solches für gestreckte Drogen (die von Konsument*innen besser identifiziert werden könnten) würde nicht mehr in kriminellen Kreisen zirkulieren, in denen Menschen ernsthaft gefährdet werden. Die ausbleibende Verfolgung durch die Polizei würde diese zudem entlasten, stellten sich doch bis August 2015 schon über 120 Strafrechtsprofessoren und der Bund Deutscher Kriminalbeamter gegen Verfolgung und Stigmatisierung. Der Staat darf die Bürger durch die Drogenpolitik nicht schädigen. Es ist deshalb notwendig, Schaden und Nutzen der Drogenpolitik unvoreingenommen wissenschaftlich zu überprüfen. Wir fordern daher, dass sich die Politik dieser Verantwortung bewusst wird und nicht mehr Schaden durch eine unüberlegte Drogenpolitik angerichtet als verhütet wird.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 04 Mar 2017 10:35:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>L2: Gute Bildung für jedes Kind von Anfang an: 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr in Kitaqualität und in Beitragsfreiheit investieren!</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Gute_Bildung_fuer_jedes_Kind_von_Anfang_an_200_Millionen_Euro_zusaetzli-43450</link>
                        <author>Landesvorstand (beschlossen am: 02.03.2017)</author>
                        <guid>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Gute_Bildung_fuer_jedes_Kind_von_Anfang_an_200_Millionen_Euro_zusaetzli-43450</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen von den über 300 Millionen Euro, die Brandenburg ab 2020 aus dem neuen Länderfinanzausgleich erhält, 200 Millionen Euro in die frühe Bildung investieren, und zwar sowohl in die Weiterentwicklung der Qualität als auch in die Beitragsfreiheit. Denn Bildung ist Staatsauftrag. Gute Bildung, Betreuung und Erziehung eines Kindes von Anfang an ist der Schlüssel für mehr soziale Gerechtigkeit in der Zukunft. Gleichzeitig verbessert ein Kita-Besuch allein nicht die Bildungschancen von Kindern, sondern es kommt auch auf die Qualität der Kita an. Deshalb wäre es fatal, die Weiterentwicklung der Qualität gegen die Beitragsfreiheit auszuspielen beziehungsweise das eine zu Lasten des anderen voranzutreiben. Darüber hinaus darf in der aktuellen Debatte nicht vergessen werden, dass der derzeit sehr gute Versorgungsstand mit Kita-Plätzen in Brandenburg kein Selbstläufer ist. Gerade in wachsenden Orten werden wir in den nächsten Jahren auch Mittel für zusätzliche Kitas benötigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Mehr Zeit für jedes einzelne Kind – Betreuungsschlüssel weiter senken!</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Ziel, den Betreuungsschlüssel auf die von der Bertelsmann-Stiftung empfohlene Relation von 1:3 für Unterdreijährige und 1:7,5 für Drei bis Sechsjährige zu senken, wollen wir möglichst schnell mit Hilfe eines Stufenplans erreichen. Denn Zeit der Erzieherinnen und Erzieher für jedes einzelne Kind ist eine wesentliche Voraussetzung für mehr Qualität in der Kita-Bildung. Die derzeitigen Betreuungsschlüssel sind trotz der geplanten beziehungsweise bereits erfolgten Absenkung auf 1:5 für Ein bis Dreijährige und 1:11 für Drei bis Sechsjährige immer noch viel zu hoch, zumal Urlaub, Krankheit oder Abwesenheiten wegen Fortbildungen nicht eingerechnet sind. Unter einer fehlenden individuellen Betreuung leiden vor allem Kinder mit besonderen Herausforderungen. Ab 2020 wollen wir hier 90 Millionen Euro jährlich zusätzlich investieren und die Betreuungsschlüssel weiter auf 1:4 für Unterdreijährige (ca. 40 Millionen Euro) und 1:9 für Drei bis Sechsjährige (ca. 50 Millionen Euro) verbessern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Erzieher*innen beruf attraktiver machen und Arbeitsbedingungen verbessern!</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Schon jetzt herrscht ein großer Bedarf an Erzieher*innen, besonders Männer sind Mangelware. Wir wollen die Aus- und Fortbildungsangebote ausbauen und die Arbeitsbedingungen für Erzieher*innen verbessern. Kleinere Gruppengrößen sind ein wesentlicher Baustein zur Entlastung, außerdem brauchen Erzieher*innen mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung, Dokumentation, Eltern- und Teamgespräche sowie Fortbildung. Die Kita-Leitungen erledigen ihre Arbeit oft nebenher, sie sollten pro hundert Kinder ganz freigestellt werden. Für diese Maßnahmen wollen wir ab 2020 zwanzig Millionen Euro jährlich zusätzlich zur Verfügung stellen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Auch Kita-Bildung beitragsfrei machen!</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bildung ist eine gesellschaftliche Investition in die Zukunft und sollte für Eltern nichts kosten. Das gilt nicht nur für Schulen und Hochschule, sondern auch für Kitas. Das aktuelle System, nach dem Eltern in Brandenburg je nach Wohnort höchst unterschiedliche Sätze bezahlen, ist weder transparent noch gerecht. Im Nachbarland Berlin fallen zudem ab 2018 gar keine Beiträge für Kita-, Tagespflege oder Hortbetreuung mehr an. Zurzeit zahlen Eltern in Brandenburg etwa 90 Millionen Euro pro Jahr an Kita-Gebühren. Gerade für Familien mit kleinen und mittleren Einkommen stellen Kita-Gebühren eine nicht zu unterschätzende finanzielle Belastung dar. Gebührenfreiheit in Kitas ist nicht nur sozial gerecht, sondern fördert vor allem junge Familien. Dafür wollen wir ab 2020 neunzig Millionen Euro jährlich zur Verfügung stellen und Kitas in Brandenburg beitragsfrei machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Finanzierung und Qualitätsentwicklung in einem neuen Kita-Gesetz regeln</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Kita-Finanzierung wollen wir in einem Kita-Gesetz neu regeln und analog zu Berlin individuell an die Bedarfe der Kinder (Alter, Betreuungszeiten, Integrationskinder) anpassen. Dabei soll besonders dem Problem Rechnung getragen werden, dass aktuell viele Kinder über acht Stunden hinaus in der Kita betreut werden. Die Programme der Landesregierung zur besseren Ausstattung von sogenannten „Brennpunktkitas“ mit fünf Millionen Euro pro Jahr und zur baulichen Sanierung mit vierzig Millionen Euro aus dem Topf des wegfallenden Betreuungsgeldes unterstützen wir ausdrücklich.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bundesweites Kita-Qualitätsgesetz und Bundesförderung anstreben</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir wollen, dass überall gute Bedingungen für mehr Qualität in den Kitas geschaffen werden und unterstützen deshalb Bestrebungen für ein bundesweites Kita-Qualitätsgesetz. Der Bund soll sich mit einer Milliarde Euro an den zusätzlichen Kosten, insbesondere an der weiteren Verbesserung der Betreuungsschlüssel, beteiligen. Denn gute Bildung für jedes einzelne Kind darf nicht von der sozialen Herkunft oder vom Wohnort abhängen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Alle weiteren Forderungen siehe LDK-Beschluss vom 16. April 2016 in Wittenberge: Qualitätsoffensive für die frühkindliche Entwicklung und Bildung in Brandenburg!</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 04 Mar 2017 10:16:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V5: Die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit wahren</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Die_Balance_zwischen_Sicherheit_und_Freiheit_wahren-55560</link>
                        <author>Landesvorstand und Landtagsfraktion (beschlossen am: 02.03.2017)</author>
                        <guid>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Die_Balance_zwischen_Sicherheit_und_Freiheit_wahren-55560</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit wahren</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Militante Islamisten und Rechtsextremisten haben mit Terroranschlägen und Morden – in Deutschland, Europa und weltweit – viele Menschen in Angst versetzt, auch große Teile der brandenburgischen Bevölkerung. Uns erfüllen die gefährlichen Entwicklungen, die zu diesen Verbrechen geführt haben, mit großer Sorge!</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Islamistische Terroristen stellen sicherheitspolitisch eine besondere Herausforderung dar, weil sie beliebige Menschenmengen als Ziele auswählen und nicht einmal ihr eigenes Leben achten. Weitere Attentate sind nicht auszuschließen. Die abstrakte Gefahr, die von islamistischem Extremismus ausgeht, bleibt unverändert hoch.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aber auch der Rechtsterrorismus gefährdet massiv unsere Demokratie und das friedliche Zusammenleben im Land. Die Zahl der Gewalttaten in Brandenburg gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte hat sich laut Landesregierung mehr als verdoppelt – von 141 im Jahr 2015 auf 312 im Jahr 2016.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir Bündnisgrünen wollen, dass alle Menschen in Brandenburg sicher leben können, und deshalb Gefahren mit präventiven und repressiven Maßnahmen nachhaltig verringern. In der momentanen Debatte zur Inneren Sicherheit erleben wir allerdings einen Überbietungswettbewerb mit Maßnahmen, deren Tauglichkeit in vielen Fällen unklar oder gar zweifelhaft ist. Wir setzen uns für Maßnahmen ein, die sicherheitspolitische Probleme wirklich lösen und nicht nur werbewirksame Placebos sind. Uns ist dabei allerdings bewusst, dass Angst auch von subjektiven Faktoren beeinflusst oder gar verursacht sein kann.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Grundsätze unseres sicherheitspolitischen Handelns</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Bündnis 90/Die Grünen verstehen sich auch in Brandenburg als die Partei der Grund- und Bürgerrechte. Vorschläge zur Verbesserung der Inneren Sicherheit prüfen wir nach drei Kriterien sorgfältig: Rechtsstaatlichkeit – Verhältnismäßigkeit –Wirksamkeit. In der Sicherheitspolitik gelten für uns folgende Grundsätze:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Gesetzliche Regelungen, die auf aktuelle Herausforderungen reagieren, sind zeitlich zu befristen, um ihre tatsächliche Wirksamkeit sowie ihre anhaltende Notwendigkeit überprüfen zu können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat und kein Überwachungsstaat. Dementsprechend wichtig ist für uns alle der Grundsatz der Unschuldsvermutung. Wir lehnen es ab, dass die gesamte Bevölkerung und damit wir alle unter Generalverdacht gestellt werden. Wir sind folglich gegen die anlasslose Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsverkehrsdaten. Für weitgehende Telekommunikationsbestandsdatenauskünfte gegenüber der Polizei (z.B. Auskunft über den Inhaber einer Internetprotokoll-Adresse) halten wir einen Richter*innenvorbehalt für geboten. Entsprechend weitgehende Bestandsdatenauskünfte gegenüber Verfassungsschutzbehörden lehnen wir ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Freiheit und Sicherheit gehören zu den wichtigsten Werten unserer Gesellschaft. Ohne Sicherheit gibt es keine Freiheit und ohne Freiheit gibt es keine Sicherheit. Freiheit und Sicherheit dürfen deshalb nicht gegeneinander ausgespielt werden, sondern sie müssen in ein sinnvolles Verhältnis zueinander gebracht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Ein zu schwacher Staat birgt Gefahren – ein zu starker allerdings auch, wie wir aus unserer Geschichte wissen. Das Handeln der Sicherheitsbehörden muss daher sinnvoll begrenzt und umfassend kontrolliert werden – von Richter*innen und Gerichten, von Parlamenten und/oder ihren Kontrollgremien.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>5. Die Terrorismus-Bekämpfung muss möglichst wirkungsvoll und effizient und deshalb zielgerichtet erfolgen. Eine zielgenaue, das heißt in der Regel auf Zielpersonen ausgerichtete Terrorismus-Bekämpfung kann dazu beitragen, dass die Grundrechte Unbeteiligter nicht oder kaum verletzt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>6. Über den Preis, den wir gegebenenfalls für mehr Sicherheit bezahlen sollten, müssen wir reden. Schwerwiegenden Grundrechtseingriffen stimmen wir jedoch allenfalls dann zu, wenn sie nachweisbar einen großen sicherheitspolitischen Mehrwert für unsere Gesellschaft bringen. Wir sind sehr kritisch bei Vorschlägen, deren Wirkung im Sinne der Terrorismus-Bekämpfung nicht oder nur unzureichend untersucht sind. Von Maßnahmen wie der flächendeckenden Videoüberwachung und der Schleierfahndung wissen wir bisher nur eines sicher – dass sie Grundrechte verletzen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Maßnahmen zur Terrorismus-Bekämpfung</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die beste Vorbeugung gegen Terrorismus ist die Befriedung internationaler Konfliktherde. Nicht zuletzt deshalb streiten wir für eine ökologisch, sozial und wirtschaftlich gerechte Welt und für zivile Lösungen in Konfliktfällen. Im klassischen Sicherheitsbereich setzen wir uns ein für</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Bessere personelle und finanzielle Ausstattung von Polizei und Justiz</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Es müssen vorbeugende (präventive) Angebote für Jugendliche gemacht werden, die von einer Radikalisierung bedroht sind.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Es muss schnell und präzise analysiert werden, welche Defizite es im Vorfeld des Berliner Terroranschlags vom 19. Dezember 2016 gab:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>a. Falls es zu Ermittlungsfehlern kam, sollten Prozesse optimiert werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>b. Falls es der Polizei an Personal oder Mitteln fehlte, sollten die entsprechenden Ressourcen erhöht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>c. Falls Gesetzeslücken dazu geführt haben, dass so viele Menschen getötet und verletzt wurden, dann müssen wir sie unter Abwägung von Rechtsstaatlichkeit und Verhältnismäßigkeit gezielt schließen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Die polizeiliche Terrorismus-Bekämpfung sollte von der Bundesebene aus in Abstimmung mit der EU-Ebene geleitet oder zumindest koordiniert werden, weil Terroristen über Grenzen hinweg operieren. Soweit die polizeiliche Arbeit Brandenburg betrifft, müssen die parlamentarischen Informations- und Kontrollrechte für den Landtag sichergestellt sein.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>5. Die Terrorismus-Bekämpfung sollte bundesweit einheitlich geregelt sein, ebenso die Gefahrenabwehr. Eine entsprechende Harmonisierung der Polizeigesetze ist anzustreben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>6. Die Polizei muss bundesweit über die gleichen Informationstechnik-Systeme verfügen, damit ein technisch reibungsloser Datenaustausch sichergestellt ist. Der europaweite Datenaustausch zu terroristischen Bedrohungen sollte dringend verbessert werden. Die Herausforderung besteht dabei darin, die notwendigen Datenbanken besser zu nutzen und auf nicht notwendige zu verzichten, damit nicht alles in der Masse untergeht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>7. Es müssen hohe Aus- und Fortbildungsstandards für die Kriminalpolizei, insbesondere für Spezialisten im Staatsschutz-Bereich, geschaffen werden, die bundesweit gelten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>8. Ob und inwiefern Verfassungsschutzbehörden wirkungsvoll und ausreichend kontrollierbar zur Terrorismus-Bekämpfung beitragen können, ist unter Sicherheitsexperten umstritten und muss deshalb grundlegend untersucht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Aktionismus entgegentreten und Freiheit verteidigen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Maßnahmen bei denen Rechtsstaatlichkeit, Verhältnismäßigkeit und Wirksamkeit nicht sichergestellt sind werden wir nicht mittragen. Insbesondere Maßnahmen deren Wirksamkeit sehr niedrig oder unklar ist, die sich aber populistisch gut ausschlachten lassen werden aktuell massenhaft in den Raum gestellt und versperren den Blick auf die tatsächlichen strukturrellen Probleme die es zu beheben gilt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Videoüberwachung kann islamistische Selbstmordattentäter nicht abschrecken. Sie ist aber an neuralgischen Orten mit erhöhtem Gefahrenpotential sinnvoll, kann Menschen ein Gefühl von Sicherheit vermitteln und helfen, Straftaten besser aufzuklären. Eine Totalüberwachung des öffentlichen Raums ist mit unseren Grund- und Freiheitsrechten nicht vereinbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Die Elektronische Fußfessel stellt einen schwerwiegenden Eingriff in die Grundrechte des Betroffenen dar. Dieses Überwachungsinstrument wird daher nach bisheriger Rechtslage nur gegen schwere Straftäter eingesetzt, die von einem Gericht verurteilt und unter Führungsaufsicht gestellt worden sind. Einen vorbeugenden Einsatz der Elektronischen Fußfessel gegen so genannte „Gefährder“ lehnen wir ab. Denn die „Gefährder“-Einstufung basiert nur auf einer sicherheitsbehördlichen Einschätzung, eine tatsächliche Gefährlichkeit dieser Personen ist nicht nachgewiesen. Abgesehen davon kann eine Elektronische Fußfessel niemanden an einem Terroranschlag hindern.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Eine flächendeckende Schleierfahndung – also die verdachtsunabhängige Kontrolle, die bisher zur Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität im Grenzbereich erlaubt ist – lehnen wir ab. Wir befürchten, dass eine Terroristensuche per Schleierfahndung dazu führen würde, dass vor allem arabischstämmig aussehende Personen willkürlich kontrolliert werden. Terrorbereite Islamisten deutscher Herkunft könnten auf diese Weise nicht entdeckt werden. Die Schleierfahndung unter Terrorismus-Aspekten erinnert an die Suche nach einer Stecknadel im Heuhaufen und ist folglich kein geeignetes Instrument.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Die Sammlung und Auswertung von Massendaten beispielsweise aus dem Bereich der Telekommunikation halten wir für einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Grundrechte aller Bürger sowie weitgehend ungeeignet, um terrorbereite Personen zu ermitteln, da es sich hier ebenfalls um eine Stecknadelsuche im Heuhaufen handelt. Zu berücksichtigen ist, dass sowohl der Berliner Attentäter Anis Amri als auch die mutmaßlichen Rechtsterroristen Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe bereits vor den ihnen zugeordneten Attentaten den Sicherheitsbehörden aufgefallen waren. Es waren also keine solchen Massendaten erforderlich, um diese Gefährder als solche zu erkennen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>100-prozentig sicher ist leider nur, dass es keine 100-prozentige Sicherheit geben kann. Wir nehmen die terroristische Bedrohung sehr ernst und wollen sicherheitspolitisch zielgerichtet und entschlossen gegen sie vorgehen – ohne dabei selbst zu zerstören, was wir vor Terroristen sichern wollen: unser Leben in Freiheit in einem demokratischen Rechtsstaat.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 04 Mar 2017 10:02:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>R1 NEU: Keine Abschiebungen nach Afghanistan</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Keine_Abschiebungen_nach_Afghanistan-21080</link>
                        <author>Landesvorstand (beschlossen am: 27.02.2017)</author>
                        <guid>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Keine_Abschiebungen_nach_Afghanistan-21080</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Bundesregierung hat im Dezember 2016 damit begonnen, Sammelabschiebungen von abgelehnten Asylsuchenden nach Afghanistan durchzuführen. Innenminister de Maiziere und Außenminister Gabriel sind der Ansicht, dass es durchaus sichere Regionen in Afghanistan gäbe.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dieser Auffassung widersprechen wir entschieden! Schon im April 2016 hat das Flüchtlingswerk der Vereinten Nationen (UNCHR) mitgeteilt, dass das gesamte Staatsgebiet vom Bürgerkrieg geprägt und die dort lebenden Menschen gefährdet seien. Im Dezember 2016 hat die UNHCR die Sicherheitslage als nochmals verschlechtert eingeschätzt. Die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Bärbel Kofler, forderte im Februar, die Abschiebungen nach Afghanistan umgehend zu beenden. Die Sicherheitslage möge von Region zu Region Unterschiede aufweisen, „gut ist sie aber nirgendwo“.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Schleswig-Holstein hat schon frühzeitig im Januar die Abschiebungen nach Afghanistan wegen schwerer Sicherheitsbedenken ausgesetzt, mehrere Bundesländer haben ebenso Bedenken angemeldet. Winfried Kretschmann hat im Namen der grün-mitregierten Länder Bundesaußenminister Gabriel aufgefordert, die Sicherheitslage neu zu bewerten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Brandenburg halten Abschiebungen nach Afghanistan für absolut inakzeptabel. Das gesamte Land ist geprägt von einem innerstaatlichen bewaffneten Konflikt und es ist in Anbetracht der Sicherheitslage unvertretbar, Menschen dorthin zurückzuschicken. Nicht die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich verändert, sondern der innenpolitische Diskurs in Deutschland vor der Bundestagswahl. Wir fordern die brandenburgische Landesregierung auf, nach § 60a Aufenthaltsgesetz ein Moratorium zu verhängen und sich bei der Bundesregierung dringlichst für eine Neubewertung der Sicherheitslage einzusetzen, die in Einklang mit unseren humanitären Verpflichtungen steht. Für die oftmals gutintegrierten langjährig Geduldeten ist eine Bleibeperspektive zu schaffen.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Sat, 04 Mar 2017 09:30:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>L1: Demokratie verteidigen und weiter entwickeln</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Demokratie_verteidigen_und_weiter_entwickeln-35113</link>
                        <author>Landesvorstand (beschlossen am: 02.03.2017)</author>
                        <guid>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Demokratie_verteidigen_und_weiter_entwickeln-35113</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Demokratie verteidigen und weiter entwickeln</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Präambel</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>In einer Zeit, in der viel über „Politikverdrossenheit“ und die Abkehr von unserem demokratischen System gesprochen wird, zeigen die sogenannten „Mitte-Studien“ interessante Ergebnisse: in den letzten zehn Jahren ist der Anteil des sogenannten „demokratischen Milieus“ deutlich gestiegen und in ihm auch das Vertrauen in die Institutionen des demokratischen Rechtsstaates. In dem kleiner werdenden antidemokratisch-autoritären Milieu ist es allerdings zu einem massiven Vertrauens-verlust, einer gefährlichen Radikalisierung und Polarisierung verbunden mit einer erschreckend hohen Gewaltakzeptanz gekommen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Demokratiefeindlichkeit, Zustimmung zu einer rechtsautoritären Diktatur, rassistisches und völkisches Denken sowie Abwertung von Minderheiten gehen dabei meist Hand in Hand. Aus diesen Milieus erschallen die „Volksverräter“- Rufe gegen demokratisch gewählte Abgeordnete und die Abwertung freier Medien als „Lügenpresse“. Interessensgegensätze innerhalb der Bevölkerung werden negiert und ein angeblicher homogener Volkswille dem Parlamentarismus gegenüber gestellt. Diese Milieus sind in einem steigenden Umfang für eine Wahlentscheidung zugunsten der AfD mobilisierbar.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bündnis 90/Die Grünen in Brandenburg werden sich mit aller Kraft Angriffen gegen unsere parlamentarische Demokratie, den demokratischen Rechtsstaat und unsere freie und offene Gesellschaft entgegenstellen. Wir wollen den Schulterschluss gegen Kräfte, die die Systemfrage stellen und die hart erkämpfte Demokratie insgesamt ablehnen.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Aber auch bei grundsätzlicher Zustimmung zur Demokratie haben etliche Menschen die Auffassung, sie könnten sowieso keinen Einfluss auf Regierungshandeln nehmen und halten es für sinnlos, sich politisch zu engagieren. Eine lebendige Demokratie lebt jedoch vom Mitmachen, vom Einmischen. Dies wollen wir daher auf allen Ebenen fördern: Maßnahmen zur Steigerung der Wahlbeteiligung, Ermutigung von Frauen und Männern, für Vertretungen und Parlamente zu kandidieren, Stärkung der Rechte von Gemeindevertreter*innen und Beiräten, Verbesserung von Bürgerbeteiligung und Stärkung direktdemokratischer Beteiligung sowohl auf Landesebene als auch auf kommunaler Ebene.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir sehen direktdemokratische Elemente als eine gute Ergänzung unserer repräsentativen parlamentarischen Demokratie an. Das Volk übt seine Souveränität in Wahlen und in Abstimmungen aus. Auch wenn das parlamentarische Gesetzgebungsverfahren der Regelfall bleiben wird, so hat ein durch Volksabstimmung oder Bürgerentscheid zustande gekommenes Gesetz oder Anliegen die gleiche Rechtsbindung. Den Bürgerinnen und Bürgern in Brandenburg wird es aber immer noch sehr schwer gemacht, direktdemokratische Entscheidungen zu treffen. Da wollen wir ran und unnötige Hürden beseitigen. Von oben angesetzte Volksentscheide lehnen wir dabei ab. Direkte Demokratie soll ein Instrument für die Bevölkerung sein, und nicht als Feigenblatt für politische Verantwortungslosigkeit gewählter Vertreter*innen dienen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bündnis 90/Die Grünen können auf eine lange Tradition im Einsatz für mehr Mitbestimmung zurückblicken. Wir als Bündnisgrüne wollen aus einem emanzipatorischen Ansatz die Lust auf mehr Demokratie fördern. Parlamentarismus und Direkte Demokratie können sich gut gegenseitig ergänzen. Den Versuchen aus dem rechtspopulistischen und rechtsextremistischen Milieu sich als Gralshüter der Direkten Demokratie aufzuspielen und diese gegen den Parlamentarismus in Stellung zu bringen erteilen wir eine klare Absage. Die Wahrung verfassungsmäßiger Grund- und Freiheitsrechte ist nicht verhandelbar.</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline"><strong>A Repräsentative Demokratie weiter entwickeln – Politik des Gehörtwerdens</strong></span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die parlamentarische Demokratie ist der Regelfall und sie soll es auch bleiben. Trotz aller Unkenrufe funktioniert die repräsentative Demokratie in Deutschland sehr gut. Das bedeutet allerdings nicht, dass keine Verbesserungen mehr möglich sind. Die Unterrepräsentanz bestimmter Teile der Bevölkerung, geringe Einflussnahme auf die personelle Zusammensetzung des Parlaments, die Beteiligung am Gesetzgebungsverfahren sind beispielhafte Punkte, die angegangen werden müssen. Zudem haben die Parteien an Vertrauen eingebüßt. Wir wollen die Lust wecken, sich aktiv einzubringen und dafür das Verhältnis zwischen Politik, Verwaltung und Zivil-gesellschaft auf eine neue Basis stellen, die auf Dialog und gegenseitiger Wertschätzung beruht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Repräsentanz von Frauen erhöhen<br>
In den Parlamenten sind Frauen immer noch unterrepräsentiert. Auf der kommunalen Ebene beträgt der Frauenanteil nur 25 Prozent. Bündnis 90/Die Grünen hat schon seit langem eine Mindestquotierung für Listen. Frankreich hat sogar ein Paritätsgesetz erlassen, das sicherstellt, dass bei Wahlen die Hälfte der Kandidierenden Frauen sind. Wir wollen ein Paritätsgesetz auch für Brandenburg und unterstützen entsprechende Initiativen auf Bundesebene.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Personelle Zusammensetzung der Parlamente<br>
Die Wahl von Abgeordneten über sichere Listenplätze oder direkt über eine relative Mehrheit von kaum mehr als 20% ist aus demokratischer Sicht zumindest fragwürdig. Wir streben eine Diskussion über Wahlrechtsreformen an, die sich u.a. mit offenen Listen und Rangfolgeverfahren beschäftigt. Doppelmandate, also das Wahrnehmen von Mandaten in mehreren Parlamenten auf Landes-, Bundes- oder Europaebene, lehnen wir ab.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Partizipative Gesetzgebungsverfahren<br>
Viele Themen werden in der Gesellschaft breit diskutiert. Das sollte sich das Parlament durch partizipative Gesetzgebungsverfahren zu Nutze machen. Wir wollen dabei die Erfahrungen aus Baden-Württemberg mit der „Politik des Gehörtwerdens“ aufgreifen. So sollen auch Bürger*innen Gesetze im Zuge der ohnehin stattfindenden Verbändeanhörung Gesetzesvorschläge kommentieren können. Darüber hinaus helfen in bestimmten Fällen Dialogforen oder über Losverfahren zusammengestellte Bürgerversammlungen konfliktträchtige Vorhaben zu entschärfen. Dies muss in eine Gesamtstrategie eingebettet werden, die Anregungen der Bürger mit bestehenden Beteiligungsinstrumenten verzahnt, die nötigen Kompetenzen in der Verwaltung aufbaut und den gesamten Ablauf transparent auf einem Beteiligungsportal zusammenführt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Parlamentsdebatten erlebbarer machen<br>
Wir wollen Parlamentsdebatten aktueller und lebhafter gestalten. Der rituelle Charakter der Fragestunden mit vorgefertigten Fragen und Antworten muss durch freie Fragemöglichkeiten und offene Antwort- und Debattenrunden auf Antrag auch direkt an die Ministerpräsidentin bzw. den Ministerpräsidenten ergänzt werden. Aktuelles Stunden müssen einen aktuellen Bezug haben und auch in Ausschusswochen ermöglicht werden. Regierungserklärungen müssen auch von der Opposition eingefordert werden können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die meisten der genannten Punkte treffen ebenso auf die kommunale Ebene zu. Einige speziell kommunale Fragen, müssen jedoch gesondert betrachtet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Anliegen von Dörfern und Ortsteilen<br>
Gemeindegebietsreformen und -fusionen haben dazu geführt, dass die Anliegen von Dörfern und Ortsteilen in den übergeordneten Gemeinde-Parlamenten und auch im Landtag immer schwerer Gehör finden. Im Sinne der Subsidiarität wollen wir weitere Wege suchen, die Ortsteile und Dörfer in ihrer politischen Sichtbarkeit zu stärken. Dazu gehört v.a. die Stärkung von Ortsvorsteher*innen, Ortsbeiräten und der Möglichkeiten von Ortsteilbudgets sowie die Sicherstellung der Repräsentanz der Ortsteile in der Gemeindevertretung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Einwohnerantrag<br>
Zurzeit muss ein Einwohnerantrag von mindestens 5% der Wahlberechtigten unterzeichnet sein. Wir rufen die Gemeinden dazu auf von der Möglichkeit Gebrauch zu machen diese Hürde zu senken, wenn sie dazu führt, dass gar keine Einwohneranträge gestellt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Einwohnerversammlung<br>
Die Kommunalverfassung stellt es den Kommunen frei, unter welchen Bedingungen es zu einer Einwohnerversammlung kommt. 5% der Einwohner*innen sollten aber in jedem Fall eine solche einfordern können, wie es in der alten Kommunalverfassung noch zugesichert wurde.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention<br>
Insbesondere Kinder und Jugendliche müssen mit altersgerechten Angeboten eingebunden werden, wenn sie betroffen sind. Nach dem Vorbild Schleswig-Holsteins muss eine verpflichtende Beteiligung von Jugendlichen an sie betreffenden Planungsprozessen in die Kommunalverfassung aufgenommen werden. Wie die konkrete Beteiligung vor Ort aussehen soll (Kinder- und Jugendparlamente, Kinder- und Jugendforen oder projektbezogene Beteiligungsformen), wird den Kommunen überlassen. Dabei sollten die Qualitätsstandards zum Tragen kommen, die die Bundesarbeitsgemeinschaft Kommunale Kinderinteressenvertretungen entwickelt hat. Zur vollständigen Umsetzung der UN-Kinderrechts-Konvention sollten neben Kinderinteressenvertretungen auch Kinderbeauftragte, Anlaufstellen für Kinder und Jugendliche und unabhängige Ombudsstellen in den Kommunen eingerichtet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>5. Direktwahl von Beiräten ermöglichen<br>
Die Kommunalverfassung schreibt bisher vor, dass Beiräte zur Vertretung bestimmter Interessen-gruppen, durch die Gemeindevertretung selbst gewählt bzw. benannt werden müssen. Wir wollen ermöglichen, dass diese Beiräte auch direkt gewählt werden können, wie das in Gemeinden wie Falkensee oder Dallgow-Döberitz bereits durchgeführt wurde.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>6. Bürger*innenhaushalte<br>
Einige Gemeinden in Brandenburg, sowohl kleinere wie Borkheide als auch größere wie Potsdam, haben einen Bürgerhaushalt eingeführt. Wir setzen uns weiter dafür ein, dass dieses Instrument in immer mehr Gemeinden zur Anwendung kommt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><span class="underline"><strong>B Die Vorteile der Direkten Demokratie nutzen</strong></span></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Volksbegehren und -entscheiden keine Steine in den Weg legen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Direkte Demokratie ist nicht die bessere Form der Gesetzgebung, sie kann die Parlamente allerdings dabei ergänzen, Interessenskonflikte in einem formalen Rahmen zu lösen. In Brandenburg wird es der Zivilgesellschaft bisher außergewöhnlich schwer gemacht, direktdemokratische Entscheidungen zu erzwingen. Seit wir 1992 die Volksgesetzgebung in der Brandenburger Verfassung verankert haben, ist noch nie ein Volksentscheid „von unten“ zustande gekommen. Auch eine von uns angeschobene Reform im Jahr 2012 mit Verlängerung der Eintragungsfristen und Möglichkeit des Briefeintrags hat daran nichts ändern können.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Finanzwirksame Gesetze zulassen<br>
Da eine Vielzahl wichtiger politischer Entscheidungen mit finanziellen Folgen verbunden sind, wollen wir finanzielle Auswirkungen nicht als Ausschlusskriterium erhalten. Die Beschränkungen wollen wir dahingehend lockern, dass lediglich Initiativen zum Landeshaushaltsgesetz ausgeschlossen sind, um das Budgetrecht als Königsrecht des Parlaments zu erhalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Obligatorische Prüfung durch Verfassungsgericht<br>
Die erforderliche Prüfung erfolgreicher Volksinitiativen auf verfassungsrechtliche Zulässigkeit soll zukünftig obligatorisch beim Landesverfassungsgericht und nicht mehr beim Hauptausschuss des Landtages liegen. Auf diese Weise sollen politisch motivierte Ablehnungen von Volksinitiativen/ Volksbegehren durch die Landtagsmehrheit ausgeschlossen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Unterschriftsbogen der Volksinitiative entschlacken<br>
Die Überschrift und die Kernforderungen einer Initiative auf dem Unterschriftenbogen reichen aus, wenn der vollständige Wortlaut des Gesetzesentwurfes beiliegt. Andernfalls werden Volksinitiativen zu unsachgemäßer Verkürzung des Sachverhalts gezwungen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Freie Unterschriftensammlung auch für Volksbegehren<br>
Auch Brandenburg muss endlich die freie Unterschriftensammlung für Volksbegehren zulassen, wie es die Mehrheit der Bundesländer bereits tut. Die Möglichkeit, sich in eine in einem amtlichen Raum ausliegende Liste inzutragen, soll erhalten bleiben. Das aufwendige Amtseintragungs-verfahren soll abgeschafft, die Listen durch den/die Landesabstimmungsleiter*in nachgelagert geprüft werden. Auf den Briefeintrag mit Eintragungsschein kann verzichtet werden. Somit können auch die Kommunen entlastet werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>5. Quoren anpassen<br>
Das Zustimmungsquorum beim Volksentscheid soll auf 15 Prozent für einfache Gesetze und auf 30% für Verfassungsänderungen abgesenkt werden. Dafür könnte das Unterschriftenquorum beim Volksbegehren auf 5% erhöht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>6. Obligatorische Volksabstimmungen - extra Abstimmung<br>
Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg fordert, dass für bestimmte Fragen ein Volksentscheid zwingend vorgeschrieben ist. Dies soll generell für Verfassungsänderungen gelten. Weiterhin soll das für Privatisierungen von Landeseigentum mit landesweiter Bedeutung gelten, die nicht mindestens mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Landtag beschlossen wurden. Ausgeschlossen sind dabei Privatisierungen, die aus Entscheidungen höherer Ebenen resultieren.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>7. Abstimmungen und Wahlen zusammenlegen<br>
Sollte innerhalb von sechs Monaten nach einem erfolgreichen Volksbegehren eine brandenburgweite Wahl stattfinden, sind diese Wahl und der Volksentscheid zusammen zu legen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>8. Kostenerstattung<br>
Für Volksbegehren soll es im Anschluss eine Erstattung für nachgewiesene Kosten von 0,25 € je gültiger Eintragung, maximal jedoch von 30.000 € durch das Land geben. Volksentscheids-kampagnen sollen im Anschluss ebenfalls 0,25€ je gültiger Ja-Stimme, maximal jedoch 125.000 € erhalten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Bürgerbegehren ermöglichen</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Die Gemeinden und Städte sind die politischen Einheiten, mit denen sich die Bürgerinnen und Bürger am stärksten verbunden fühlen. Gerade hier ist es wichtig, die Menschen so weit wie möglich an den politischen Prozessen vor Ort teilhaben lassen. Bisher sind die Möglichkeiten noch eingeschränkter als auf der Landesebene. In den über 400 Kommunen Brandenburgs gab es seit 1992 lediglich 55 Bürgerentscheide. Hochgerechnet bedeutet das im Schnitt ca. alle 180 Jahre ein Bürgerentscheid in jeder Gemeinde. Wir wollen an folgenden Stellschrauben drehen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Ausschlusskatalog entschlacken<br>
Derzeit gibt es in der Kommunalverfassung einen umfangreichen Katalog, zu welchen Themen ein Bürgerentscheid gar nicht erst stattfinden darf. Dieser Negativkatalog muss auf die Bereiche Haushaltssatzung, Pflichtaufgaben nach Weisung und Auftragsangelegenheiten sowie Anträge mit gesetzwidrigem Ziel beschränkt werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Zulässigkeitsprüfung durch die Kommunalaufsicht<br>
Bisher prüft die betroffene Kommunalvertretung, ob ein Bürgerbegehren zulässig ist. Da es dort zu Interessenskonflikten kommen kann, soll stattdessen zukünftig die Kommunalaufsicht das Begehren beraten und letztlich über die Zulässigkeit befinden. Bevor es zu einem Bürgerentscheid kommt, soll ein erfolgreiches Bürgerbegehren mit der betroffenen Kommunalvertretung einen Kompromiss aushandeln können. Bisher verhindert ein Zwang zur unveränderten Übernahme solche Kompromisse.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Kostenschätzung<br>
Statt dem bisher geforderten Kostendeckungsvorschlag sollen die Antragssteller*innen lediglich die finanziellen Auswirkungen benennen müssen, wie es in Berlin bereits gelebte Praxis ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Fristen für Korrekturbegehren anpassen<br>
Begehren, die sich gegen einen Beschluss der Kommunalvertretung wenden unterliegen bisher Fristen, die solche Begehren faktisch verhindern. Wir schlagen eine 4-Monatsfrist vor, die erst nach Bekanntgabe im Amtsblatt beginnt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>5. Quoren senken<br>
Das Quorum für ein erfolgreiches Bürgerbegehren sollte auf 5 Prozent gesenkt werden. Das bisher geforderte Zustimmungsquorum für einen erfolgreichen Bürgerentscheid von 25 Prozent ist auf 15 Prozent zu senken. Die Briefabstimmung ist in jedem Falle zu ermöglichen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>6. Begehren auf Stadt- und Ortsteilebene zulassen<br>
Bürgerbegehren sind auch auf Orts- und Statteilebene zuzulassen, wenn das Begehren sich lediglich auf diese bezieht.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong><span class="underline">C Information und Transparenz – die Qualität der Debatte erhöhen</span></strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Alle Formen der Demokratischen Teilhabe beruhen auf einer gemeinsamen Grundvoraussetzung: dass Mündige Bürgerinnen und Bürger informiert diskutieren und entscheiden können. Wir wollen eine Debattenkultur, die auf der Basis von Fakten und gegenseitigem Respekt zu einem echten Austausch von Argumenten führt. Der Eindruck von Mauschelei und zurückgehaltenen Informationen gefährdet diese Debattenkultur, vereinfacht populistische Meinungsmache und verhindert eine umfassende Willensbildung. Wir stehen daher ein für klare Transparenzregeln, politische Bildung und einen fairen Umgang miteinander.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>1. Transparenzgesetz<br>
Politik und Verwaltung sollten stets offenlegen welche Grundlagen ihrem Handeln zu Grund liegen, um fundierte politische Debatten zu ermöglichen. Wir wollen ein Transparenzgesetz einführen, das sich an den Regelungen des Hamburger Beispiels orientiert. Die Vorstellung des ”Amtsgeheimnisses” soll wie dort ersetzt werden durch eine Kultur der Transparenz, in der Verwaltungsdokumente automatisch veröffentlicht werden, wenn nicht wichtige Gründe dagegen stehen. Dieses soll auf allen Verwaltungsebenen den Zugang zu Informationen regeln und diese zentral auf einer Online-Plattform verfügbar machen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>2. Gesellschaftliche Bildung im Umgang mit Informationen<br>
Die beinahe unbegrenzten Möglichkeiten zu ungefilterter Information und Kommunikation im Internet stellen eine einzigartige Chance für politische Diskurse dar. Allerdings stellt es auch erhebliche Anforderungen an die Fähigkeiten von Bürgerinnen und Bürgern, die Masse an Informationen nach Qualität, Güte und Wahrheit zu filtern. Hier gilt es Bildung zu betreiben und darüber aufzuklären welche Kriterien für gute journalistische Arbeit gelten. Dazu zählt sowohl ein starker Fokus auf Medienkompetenz und logisches Argumentieren in der Schule als auch Bildungsangebote durch Volkshochschulen, die Bundeszentrale für Politische Bildung sowie Initiativen aus der Zivilgesellschaft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>3. Kampf dem Hass<br>
Sogenannte Hate Speech, Gewalt im Netz und Hasspropaganda stellen eine Bedrohung für unsere offene Gesellschaft dar, da sie Menschen gezielt von der gleichberechtigten Teilnahme an einer Debatte abhalten. Einschüchterungen und Straftaten müssen mit allen rechtsstaatlichen Mitteln verfolgt werden. Außerdem muss zivilgesellschaftliches Engagement im Kampf gegen Hate Speech gestärkt werden. Der Ausweitung der privaten Rechtsdurchsetzung widersprechen wir, stattdessen fordern wir einen Ausbau der Kapazitäten und gezielte Schulungen bei Polizei und Staatsanwaltschaften in diesem Bereich. Zudem braucht es einfachere Wege solche Inhalte zu melden und anzuzeigen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>4. Fairer Wahlkampf<br>
Bündnis 90/Die Grünen haben zum Bundestagswahlkampf eine Selbstverpflichtung beschlossen, die zu einem fairen Wahlkampf beitragen soll. Darin verpflichten wir uns immer deutlich zu machen, wer die/der Absender*in einer Nachricht ist, auf Social Bots zu verzichten, die Wahlkampffinanzen transparent dazustellen, den Wahlkampf auf Grundlage von Fakten zu führen und auf Big Data bei der Identifizierung von Zielgurppen wie im US-Wahlkampf zu verzichten. Alle Parteien sind aufgerufen, diese Selbstverpflichtung selbst einzugehen, sie weiter zu entwickeln und sie zu verbreiten.</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Fri, 03 Mar 2017 17:00:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>F1 NEU: Gremienbesetzung</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Vorschlag_Gremienbesetzung-1960</link>
                        <author>Landesvorstand (beschlossen am: 27.02.2017)</author>
                        <guid>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Vorschlag_Gremienbesetzung-1960</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Landesparteirat möge folgende Gremienbesetzung beschließen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Präsidium</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Cornelia Behm (KV Potsdam-Mittelmark)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Henry Liebrenz (KV Potsdam-Mittelmark)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Martin Wandrey (Grüne Jugend Brandenburg)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Sabine Freund (KV Dahme-Spreewald)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Antragskommission</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Mechthild Rünger (KV Potsdam)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ulrike Wunderlich (KV Potsdam-Mittelmark)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Mandatsprüfungskommission</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Anja Dannecker (Landesgeschäftsstelle)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dennis Mateskovic (Landesgeschäftsstelle)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ricarda Budke (Grüne Jugend Brandenburg)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>Protokoll</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Anja Dannecker (Landesgeschäftsstelle)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ulli Reichardt (Landesgeschäftsstelle)</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 02 Mar 2017 17:06:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>F2 NEU: Tagesordnung</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Tagesordnung-16282</link>
                        <author>Landesvorstand (beschlossen am: 27.02.2017)</author>
                        <guid>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Tagesordnung-16282</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Der Landesparteirat möge folgende Tagesordnung beschließen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>11.00 Uhr TOP 1 Grußworte und Formalia</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- Henry Liebrenz, Sprecher Kreisverband Potsdam-Mittelmark</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- Michael Grubert, Bürgermeister Kleinmachnow</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>11.30 Uhr Top 2 Politische Rede I</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- Clemens Rostock, Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>12.00 Uhr TOP 3 Leitanträge</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- L1 Demokratie verteidigen und weiter entwickeln</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- L2 Gute Bildung für jedes Kind von Anfang an: 200 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr in Kitaqualität und in Beitragsfreiheit investieren</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>13.30 Uhr Mittagspause</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>14.15 Uhr TOP 4 Politische Rede II</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- Dirk Behrendt, Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p><strong>14.30 Uhr TOP 5 Anträge Verschiedenes</strong></p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- V5 Die Balance zwischen Sicherheit und Freiheit wahren</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- V3 Präventive grüne Drogenpolitik statt repressiver Brandenburger Drogenpolitik</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- R1 Keine Abschiebungen nach Afghanistan</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- V2 Unterstützung Gemeinsames Lernen</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>- V4 Ein guter Start ins Leben: Hebammenversorgung in Brandenburg stärken!</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>(- D1 Wir kämpfen für Europa; <em>über Dringlichkeit wird auf LPR abgestimmt</em>)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Ende gegen 17 Uhr</p></div></div><h2>Begründung</h2>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 02 Mar 2017 17:05:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V2: Unterstützung Gemeinsames Lernen</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Unterstuetzung_Gemeinsames_Lernen-17212</link>
                        <author>Wolfgang Seelbach</author>
                        <guid>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Unterstuetzung_Gemeinsames_Lernen-17212</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Das Pilotprojekt Inklusive Grundschule war erfolgreich und hat die Bedingungen für Inklusion an den teilnehmenden 84 Schulen deutlich verbessert.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir begrüßen es, dass mit dem Konzept Gemeinsames Lernen, das sich derzeit in Diskussion befindet, nun auch die anderen Grundschulen, sowie Ober- und Gesamtschulen gezielt unterstützt werden sollen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Dabei fordern wir insbesondere:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Beibehaltung des Prinzips der Freiwilligkeit</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Eine gegenüber dem Pilotprojekt verbesserte personelle Ausstattung</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Berücksichtigung der besonderen Belastung der Oberschulen</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Qualifizierung der Lehrkräfte</li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ul><li>Aufbau von multiprofessionellen Teams</li></ul></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Pilotprojekt Inklusive Grundschule basiert auf einem Gutachten von Ulf Preuß-Lausitz u. a., das die damalige Landtagsfraktion von B90/Grüne in Auftrag gegeben hatte. Die jetzige Weiterentwicklung im Konzept Gemeinsames Lernen ist im Einklang mit unserem Programm und unseren bildungspolitischen Forderungen. Das Konzept ist noch nicht fertig, stellt eher eine Absichtserklärung dar und befindet sich in den Gremien und Parteien in der Diskussion. Deshalb ist es sinnvoll, dass wir uns in diese Debatte einmischen und ein klares Votum dazu abgeben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Erläuterungen zu den einzelnen Aufzählungspunkten:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Prinzip der Freiwilligkeit wird dadurch gewährleistet, dass die Schulen nach Abstimmung mit den Beteiligten einen Antrag mit einem pädagogischen Konzept stellen. Die Mittelzuweisung erfolgt dann nach Genehmigung durch das Ministerium.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die Pilotschulen erhielten 3,5 Lehrkräftewochenstunden (LWS) mal 5% der Schülerschaft. Die jetzt geplante Pool-Ausstattung von 4 LWS mal 6% (Oberschulen 12%) erscheint angemessen und sollte ggf. nach der ersten Projektphase erhöht werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die besondere Belastung der Oberschulen wird durch die doppelte Anzahl an zusätzlichen LWS gegenüber Grund- und Gesamtschulen berücksichtigt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Die weitere Qualifizierung der Lehrkräfte ist im bisherigen Konzept enthalten, läuft aber nicht immer zufriedenstellend und bedarf einer ständigen Verbesserung in Zusammenarbeit mit den teilnehmenden Lehrkäften.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Multiprofessionelle Teams sollten insbesondere mit Sozialpädagog*innen, Schulpsycholog*innen, Gesundheitsfachkräften und Schulhelfer*innen aufgebaut werden.&quot;</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 02 Mar 2017 15:42:00 +0100</pubDate>
                    </item><item>
                        <title>V1: Das Denkmal „Ehemalige Heeresversuchsstelle Kummersdorf-Gut“ erhalten und entsprechend seiner geschichtlichen Bedeutung entwickeln!</title>
                        <link>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Das_Denkmal_Ehemalige_Heeresversuchsstelle_Kummersdorf-Gut_erhalten_-52244</link>
                        <author>KV Teltow-Fläming (beschlossen am: 01.03.2017)</author>
                        <guid>https://lpr2017brandenburg.antragsgruen.de/lpr2017brandenburg/Das_Denkmal_Ehemalige_Heeresversuchsstelle_Kummersdorf-Gut_erhalten_-52244</guid>
                        <description><![CDATA[<h2>Antragstext</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><p>Wir fordern die Landesregierung auf</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="1"><li><p>das Denkmal Kummersdorf Gut in seiner vollen Bedeutung anzuerkennen,</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="2"><li><p>ihrer gesetzlichen Verpflichtung endlich nachzukommen und die militärhistorischen Objekte zu erhalten,</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="3"><li><p>keine Planungen zu befördern, die den geltenden Regionalplan aushebeln oder die sich über Natur- und Denkmalschutz hinwegsetzen und</p></li></ol></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings fixedWidthFont"><ol start="4"><li><p>gemeinsam mit den Gemeinden und dem Landkreis, mit Historiker*innen und Akteur*innen vor Ort ein angemessenes Konzept für Aufarbeitung, Präsentation und Entwicklung des Geländes unter Beachtung von Natur– und Denkmalschutz zu erstellen.</p></li></ol></div></div><h2>Begründung</h2><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Gelände Kummersdorf Gut liegt im Landkreis Teltow-Fläming, teilweise auf dem Territorium der Gemeinde Nuthe-Urstromtal, teilweise auf dem der Gemeinde Am Mellensee. Es ist über 3.500 ha groß, davon steht eine Fläche von ca. 2.000 ha unter Denkmalschutz. Seit März 2012 ist das Gelände weitgehend im Eigentum des Landes Brandenburg, ein kleiner Teil ist im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland verblieben.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Denkmal „Ehemalige Heeresversuchsstelle Kummersdorf-Gut“ wurde 2007 in Gänze in die Brandenburgische Denkmalliste eingetragen. Es ist vermutlich das größte Denkmal Brandenburgs und das einzige, das zugleich Bau-, Boden-, Garten- und technisches Denkmal ist.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(Ehemalige Funktion)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Seit ca. 1875 wurde hier alle wesentliche deutsche Kriegstechnik entwickelt und erprobt - von Artillerie über Festungsbau, von der Panzer- zur Raketentechnik, vom Sprengstoff zur Atombombe. Es handelte sich um DAS zentrale militärische Forschungszentrum Deutschlands.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Hier wurde die weitreichende Artillerie mit verschiedenen Sprengköpfen auf den zwei gigantischen Schießbahnen - Ost (12 Km) und West (7 Km) - mit Dutzenden Beobachtungsbunkern getestet. In Kummersdorf wurde u.a. der &quot;schwere Gustav&quot; entwickelt und getestet, die größte jemals eingesetzte Kanone.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Panzer und andere Militärfahrzeuge wurden hier entwickelt und gebaut - zentrale Voraussetzung für die deutsche Kriegsführung im 2. Weltkrieg. Extrembeispiel ist der superschwere Panzer &quot;Maus&quot; von Ferdinand Porsche, mit 1.200 Tonnen Gewicht der größte jemals gebaute Panzer der Welt.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Kummersdorf steht ferner für die Entwicklung der modernen Raketenwaffen, die später in der Außenstelle Peenemünde weiter getestet und eingesetzt wurden. Bis heute sind Raketen Träger von Massenvernichtungswaffen. Wernher von Braun hat hier maßgeblich gewirkt.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Und schließlich wurde in Kummersdorf an der kontrollierten Kernspaltung zur Entwicklung der deutschen Atombombe geforscht.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Im Vergleich zu Peenemünde ist Kummersdorf wegen der Vielfalt der Waffengattungen, der Nutzungsdauer sowie der erhaltenen Objekte (ca. 5.000 historische Einzelobjekte) historisch und wissenschaftlich bedeutender. Eine Masterarbeit der BTU Cottbus (Lehrstuhl Prof. Dr. Schmidt) bescheinigt Kummersdorf das Potenzial einer UNESCO-Welterbestätte.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Zusätzlich zur militärhistorischen Bedeutung ist der Naturraum gekennzeichnet durch zwei Naturschutzgebiete und FFH-Gebiete in mehreren Teilflächen: Kummersdorfer Heide/Breiter Steinbusch, Teufelssee und Schulzensee. Außerdem sind die Kriterien des gesetzlichen Biotopschutzes erfüllt. Das Zusammenwirken von historischen Testanlagen und Natur gibt dem gesamten Gelände einen besonders wirkungsvollen Charakter.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(aktuelle Situation)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Das Denkmal ist zurzeit völlig ungepflegt. Die Anlagen verwahrlosen und verfallen, obwohl das Land als Denkmal-Eigentümer zum Erhalt seines Denkmals gesetzlich verpflichtet ist. Um von der historische Dimension des Geländes abzulenken, wird in der Öffentlichkeit oft statt des korrekten Begriffs „Ehemalige Heeresversuchsstelle Kummersdorf Gut“ gerne der Begriff „Militärgelände Sperenberg“ verwendet.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Eine historische Aufarbeitung findet nur im Rahmen eines kleinen, ehrenamtlich geführten Vereins statt. Dieser kann weder den Erhalt der Anlagen und Objekte noch die wissenschaftlich-historische Aufbereitung wegen der schieren Größe und Komplexität leisten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Aktuell gibt es Pläne eines Investors, den größten Teil des Geländes mit Windkraftanlagen und Photovoltaikfeldern samt Zuwegung, Brandschneisen, und Versorgungswegen zu überziehen, um ein Multienergie-Kraftwerk (MEKS), das in Sperenberg entstehen soll, zu speisen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Diese Pläne werden von den umliegenden Kommunen, die sich Erträge hieraus versprechen, sowie der Landesregierung unterstützt.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Diesen Investitionsplänen steht allerdings der im Sommer 2015 in Kraft gesetzte Regionalplan Havelland-Fläming entgegen, der die Kummersdorfer Liegenschaft als Windeignungsgebiet ausschließt. Ferner sind bereits nach dem Brandenburgischen Denkmalschutzgesetz (BbgDSchG) Windkraftanlagen auf dem Gelände der Heeresversuchsstelle sowie in seiner Umgebung rechtswidrig. Und schließlich widersprechen naturschutz- und hier insbesondere artenschutzrechtliche Belange - in dem Gebiet ist z.B. der Seeadler heimisch - einer Nutzung mit Windkraftanlagen.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>(Handlungsbedarf)</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es gilt, hier einen Geschichtsort mit herausragender, internationaler Bedeutung zu erhalten und in einem anti-militaristischen Zusammenhang aufzubereiten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Kummersdorf ist ein Täterdenkmal, das einer historischen Einordnung bedarf. Es darf nicht alten und neuen Nazis, Waffenfetischisten und Militärtouristen überlassen werden.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>In Kummersdorf wurden Vernichtungswaffen nie gekannter Effizienz für deutschen Größenwahn, die Weltherrschaft, den &quot;Endsieg&quot;, im Namen bizarrer, inhumaner Ideologien gebaut - und zwar von intelligenten, kreativen, motivierten, hervorragend ausgebildeten Menschen: Chemikern für Giftgas, Ingenieuren für Raktenantriebe, Elektronikern für die Flugbahnsteuerung, Physikern für fortgeschrittene Ballistik und gezielte Kernspaltung.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es ist leichter, Opferdenkmäler errichten. In dem man mit Opfern trauert, stellt man sich ein Stück weit auf ihre Seite - und rückt ab von den Tätern. Eine Stätte, an der man der Opfer gedenkt, vermittelt eine unmissverständliche Botschaft.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Kummersdorf als Täterdenkmal steht für die Verführung, für das moralische Versagen, für die Mitschuld der deutschen technisch-wissenschaflichen Elite. In Kummerdorf muss man fragen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Was hat denn dazu geführt, dass sich kluge Köpfe für Krieg, Vernichtung und Rassenideologie begeistern ließen?</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Wie funktioniert Propaganda und Diktatur in den Köpfen? Damals wie heute?</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>Welche Mechanismen führen zu Anpassung und Akzeptanz, schließlich zu Einbindung, Begeisterung, Mitschuld?</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Ein Täterdenkmal ist unbequem, weil es auf Probleme hinweist, die auch heute noch bestehen:</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>der scheinbar wertfreie, allein technikorientierte Ingenieur, der in seiner Ausbildung von Fragen des Einsatzes seiner Entwicklung fern gehalten wird oder selbst die Augen verschließt. Damals wie heute steht nichts von Gesellschaftswissenschaften, Werte- oder Moralphilosophie auf dem Stundenplan unserer Wissenschaftler und Ingenieure.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><ul><li><p>die vorgeblich wertfreie Wirtschaft, bei der es scheinbar immer nur um Arbeitsplätze und Wohlstand geht – die aber tatsächlich nach Profit strebt, auch im Geschäft mit Krieg, Tod und Gewalt. Deutsche Waffen fanden und finden reichlich Absatz - und bei weiten nicht nur bei demokratischen Staaten und zu „Friedenszwecken“. Die aktuellen Konflikte in Syrien, Afghanistan und in Afrika stellen die Forderung nach dem Verbot oder zumindest der wirksamen Einschränkung von Waffenexporten in besonderem Maße in den Vordergrund.</p></li></ul></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Kummersdorf wurde vom Land Brandenburg zu recht unter Denkmalschutz gestellt. Aber das Land Brandenburg vergisst, dass es als Eigentümer des Denkmals durch ein vom Land selbst geschaffenes Gesetz für den Erhalt des Denkmals zuständig ist. Es lässt die Objekte in Kummersdorf verfallen und überlässt die Interpretation der historischen Zusammenhänge falschen Leuten.</p></div></div><div class="paragraph"><div class="text motionTextFormattings"><p>Es gibt aber auch hoffnungsvolle Ansätze. Die „Projektgruppe des Dokumentations- und Forschungszentrums Kummersdorf Gut“ hat das Ziel, das ehemalige Versuchsareal als „Museum in der Natur“ einer internationalen Öffentlichkeit zugänglich zu machen, und damit den einst kriegsdienlichen Ort in einen friedlichen Bildungs- und Reflexionsort umzugestalten. Leider wird die Arbeit dieser Gruppe bisher vom Land ignoriert.</p></div></div>]]></description>
                        <pubDate>Thu, 02 Mar 2017 12:38:00 +0100</pubDate>
                    </item></channel></rss>